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| Video | dv | bw | sound | 29,0" | 2006 Beispieltext greift das Motiv der dokumentarischen Authentizität als Fiktion auf. In ihren Arbeiten inszeniert sich Franziska Cordes als Protagonisten unterschiedlicher kultureller Codes – Beispieltext sieht von jeder Form der Inszenierung ab; die Arbeit ist ungeschminkt und ungeschnitten. Sie führt im Gegensatz nicht das Fiktive als authentisch, sondern das Authentische als Fiktion vor. Was passiert, im Umgang mit dem Medium Video, erzählt man schlicht wie es wirklich war? Und verhält es sich mit der in der Gegenwart erzählten Geschichte nicht jeden Augenblick anderes? Das Video untersucht am Model das Thema Identität und Umstände, in denen diese sich vollzieht. Zu sehen ist ein Talkinghead, der autobiografische Umstände erläutert, die Cordes’ Arbeiten motiviert haben könnten, ohne diese zu erwähnen. Der Betrachter wird hier mit der Frage um den Wahrheitsgehalt der Nabelschau im Ungewissen gelassen. Er weiß nicht, ob er lachen darf oder nicht. Gleichzeitig macht das Video durch die, allein durch die Retrospektive bedingt, beispielhaft zu ihren Arbeiten passende Biografie jene Funktion der Wissenschaft transparent, die darauf zielt, von den Arbeiten auf die jeweilige psychische Disposition eines Künstlers zu schließen und diese dann im Kurzschluss mit den jeweiligen Kunstwerken kausal zu verknüpfen. Eine überspitzte, selbstironisierende Veranschaulichung alltäglicher Konflikte, Krisen und Besonderheiten, mit denen sich insbesondere Künstler in ihrer persönlichen kreativen Auseinandersetzung angesichts einer medial überfüllten Umgebung konfrontiert sehen. |
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